Über Alexander Niehoff Toral

Philosoph, Aktivist und universell an Wissenschaft und Kunst interessierter Mensch

Zwischen 2012 und 2019 habe ich in Freiburg im Breisgau und Frankfurt am Main Philosophie studiert und promoviere im Augenblick über „Ontologie und Dialektik im Denken von Alain Badiou“ bei Prof. Katja Diefenbach in Frankfurt an der Oder. Im Wesentlichen ist meine Philosophie politisch motiviert und soll auch in Politik, Gewerkschaftsarbeit und Aktivismus einmünden, keineswegs also in der Theorie „bleiben“, sondern im Gegenteil gerade aus ihr, der Universität, dem Bildungsbürgertum und der eitlen Reflexion und permanenten Selbstinfragestellung hinausführen, dann aber auch in die nüchterne wissenschaftliche, kritische und philosophische Reflexion dieser Sachverhalte zurückkommen um die allgemeinen Ideologien, unbegründeten und falschen Meinungen, destruktiven Gewohnheiten der Zeit abzubauen, wie es seit jeher die Aufgabe der Philosophie war –  darüber hinaus interessieren mich aber auch erkenntnistheoretische, wissenschaftstheoretische und philosophiehistorische Fragen, die ich in diese Rahmung einflechte. Ich kenne ich mich mit der französischen Philosophie der Gegenwart, der kritischen Theorie / Frankfurter Schule, Phänomenologie, deutschen Idealismus und antiker Philosophie aus und versuche auch aus diesen historischen Traditionslinien heraus, also von Platon bis zu uns in unsere Gegenwart, wo Butler, Badiou und Zizek stehen, transhistorisch anzugehen, von den Konfliktfeldern der Wissenschaft, Politik und Erostheorie aus. Wichtig: Auch wenn ich gerade mit der „Liminal-Philosophie“ (vgl. Projekt 1) an einem systemtischen Gebäude mit einem entsprechenden Geschichtsbild arbeite, mit einem System von Definitionen, mit und gegen Badiou, habe ich keineswegs vor, in dieser Architektur zu verbleiben, sondern setze es eher als vorrübergehende Haltestelle an, nach der es weitergehen muss. Dieses „Hinausführen“ schließt direkt an meine Promotion an, in der ich Badiou kritisiere, aber natürlich auch, was man aus ihm „machen“ kann, und damit die 3 Felder der Liminal-Philosophie. Ich bin seit März 2023 Stipendiat der Rosa-Luxenburg-Stiftung und dort der Verantwortliche des stipendiatischen Arbeitskreises „Ökosozialer Wandel“. Ich habe mit anderen den Arbeitskreis Gotthard Günther am Emundts-Lehrstuhl der freien Universität gegründet.

Mein Leben über habe ich mich an unterschiedlichen Parteien und politischen Projekten betätigt. Gegen 2009 bin ich den Piraten beigetreten, war während der sog. „Flüchtlingswelle“ nach dem Beginn des syrischen Bürgerkriegs bei den Abschiebewachen und Antiabschiebe-Demos, habe vor allem gegen Ende meines Masterstudiums viel Engagement bei DiEM25 eingebracht (war einer de Co-Wahlkampfchefs in Berlin während der Europawahl 2019).  Im Augenblick bin ich bei der „Letzten Generation vor den Klimakipppunkten“ und anderen ökologischen Bewegungen aktiv und sehe zu, noch darüber hinaus andere aktivistische Projekte anzufangen, etwa in Richtung von feministischer, queerer und pro-transexueller aktivistischer Politik. Gemeinsam mit anderen Intellektuellen aus der Klimabewegung habe ich das Kolloquium und die Zeitschrift Rückenwind gegründet, welche anstrebt, Kunst, Geisteswissenschaften und Philosophie zur Unterstützung des demokratischen Widerstands gegen den Klimakollaps zu tätigen. Inzwischen versuche ich gezielt Philosophie zu den politischen Projekten zu produzieren, an denen ich mich beteilige, und auch umgekehrt mich an den politischen Projekten zu beteiligen, die ich aus philosophischen oder „theoretischen“ Gründen unterstütze oder interessant finde (vgl. auch mein Vorbegriff der Philosophie). Das Durchbrechen der Mauer zwischen Theorie und Praxis, Theorie und Wissenschaft, Universität und  Gesellschaft und der darin implizierten Arbeitsteilung und Hierarchie ist für mich zentral. Ich glaube nicht, dass Philosophie ohne Politik die Wahrheit der eigenen Zeit, die Möglichkeit zur Befreiung finden kann, davon sind die angeblich objektiven politischen Theorien der losgelösten Universitätsprofessoren Zeugnis genug. Die tätige Politik ist deswegen die Quelle der Wahrheit, weil sie konkret bestätigt, was die (Natur-)Wissenschaft und das aufgeklärte Weltbild zeigt: Dass die Welt beherrscht werden kann, dass die materiell ist, das nichts heilig ist, das es keine Regel gibt, die nicht gesellschaftlich verändert werden kann, dass sie ein Ergebnis von politischen Kräftespielen ist. Im Enthusiasmus des politischen Handelns verflüssigen sich die Dinge, hören auf, ihr geisterhaftes, übermenschliches Eigenleben zu haben, mehr als in jedem anderen praktischen Tun. So überragt die Politik auch jede alltägliche und singuläre Erfahrung dieser Verflüssigung in der Praxis (wie etwa im Privatleben, dem Berufsleben, wenn man dort zum Handeln ansetzt), die ständig vor endgültig unabänderlichen gesellschaftlichen Sachzwängen steht, die eine zweite, übermenschliche Natur zu bilden scheinen. Gibt es eine Blockade der Politik, wird auch die Welt in dieser Rücksicht scheinbar „immateriell“ und „übermenschlich“ und insofern zum Widerspruch zum Materialismus. Heute gibt es genau dies, eine Blockade der Politik, sodass im ganzen die kapitalistische Welt ein geisterhaftes Eigenleben erhält, durch die man politisch erst hindurchbrechen muss, und deren ideologische Gespenster kritisiert werden müssen; die wenigen Ausnahmen dazu, wo noch Menschen Kraft zum Widerstand haben, sind aber die Quelle der heutigen politischen wie philosophischen Wahrheit.

Was meine wissenschaftlichen Interessen betrifft, habe ich mich neben der Philosophie, die ich regulär studiert habe, insbesondere mit der Mathematik und der Psychoanalyse befasst, überdies auch mit den Grundlagen der newtonschen Physik und der Klimaforschung. In der Mathematik interessiert mich vor allem die Kategorientheorie, die Mengenlehre, die algebraische Geometrie, Analysis und Topologie. Künftig möchte ich mich mit der Homotopy-Type-Theory (als Ausdruck ∞-1-Kategorienlehre) beschäftigen, der Hodge-Vermutung und den Beweisen der Weil-Theoreme durch Grothendieck und die verschiedenen Kohomologien. In der Physik möchte ich vielleicht bald versuchen, mir die spezielle Relativitätstheorie anzusehen um einen philosophischen Naturbegriff zu entwickeln, welcher den nichteuklidischen Räumen, der Unmöglichkeit des Erreichens der Lichtgeschwindigkeit und der Äquivalenz von Masse und Energie E=mc^2 entspricht und damit zum Ausdruck bringt, dass wir Menschen im Sonnensystem mehr oder minder „gefangen“ sind. In der Psychoanalyse habe ich vor allem Freud, Klein und Kohut gelesen und möchte mir nun Lacan aneignen. Geschichte und Ökonomie finde ich auch interessant und habe sie auch teilweise intensiv studiert, auf diese Felder komme ich auch immer wieder zurück. Ich habe Ökonomen und Historiker in der Familie, sodass ich über diese Themen, wenn ich mich auch nicht direkt damit befasste, eine gewisse Halbahnung besitze. Ohne einen Bezug zu aktuellen Wissenschaften und ihren Lösungen, etwa der Mengenlehre, der Kategorientheorie, der Analysis, der Klimaforschung usw. sehe ich auch nicht kommen, dass Philosophie eine Zukunft haben kann. Die Wissenschaft ist die Erdnung der Philosophie, in welcher Variante sie immer auch funktionieren mag – als Wissenschaftstheorie, Naturphilosophie und Ontologie sowieso, aber auch in Rücksicht auf die politische Philosophie, die Philosophie der Liebe und der Kunst gibt es keinen Weg an dieser Fundierung vorbei. Auch muss Philosophie selbst, wenn sie auch eine deutliche Freiheit der Interpretation hat, eine gewisse Aufrichtigkeit wahren, die man als gute Philologie betrachten könnte. Nur wer sagen kann, was da steht, kann dann infolgedessen auch dazu übergehen, zu interpretieren; und das erste ist tatsächlich eine Frage der Philologie. Die Spannung zwischen beiden ist letztlich eine der Kommunikation, d.i. in wie weit man dem Leser und Zuhörer vermitteln kann, was als Interpretation und was als Darstellung intendiert ist, was zuletzt auch vom Bildungsgrad des Zuhörers abhängt. Nur so kann verhindert werden, dass eine Interpretation als Täuschung oder unwissenschaftliche Irreführung über einen Autoren empfunden wird. Wenn Lacan sagt, Platons Staat sei eine Pferdezucht, ist dies eine Interpretation, und keine Täuschung – was natürlich diejenigen wissen, welche Platons Staat gelesen haben.

Im Augenblick entwickle ich eine große Begeisterung für französische Literatur, überdies habe ich seit jeher großes Interesse an klassischer (insbesondere romantischer und neuer) und elektronischer Musik (insbesondere Industrial, Techno und Psytrance). Das malen von Bildern und das Interesse an bilderner Kunst begleitet mein ganzes Leben, allerdings habe ich gezielt gewählt, dies nicht zu meinem Beruf zu machen.

Allgemein sehe ich das krampfhafte Festhalten an Standpunkten als gefährlich an. In der Moderne befindet sich alles in Bewegung, das politische Feld am meisten, wo immer wieder neue politische Herausforderungen und darauf bloß reagierende und strategisch handelnde Gruppen erscheinen; hinzu tritt, dass ausgearbeitete philosophische „Systeme“ oder „Standpunkte“, die eine ideologische Formation in der Gesellschaft als Falsch entlarven, häufig beginnen selbst idelogisch zu wirken, wenn sie abgeschlossen sind – eine innere Dynamik des Gedankens, der sich selbst reflektiert und erweitert, die man hegelianisch „Dialektik“ nennen mag. Dieses Fließen durch das Außen und Innen setzt aber voraus, überhaupt eine Position ergriffen zu haben, das Fließen oder die dialektische Dynamik selbst als „Standpunkt“ selbst zu nehmen, ohne Punkte zu setzen, wie es etwa bei Adorno geschieht, erzeugt unter der Hand starre und enge Systeme, welche die Dynamik der Welt verfehlen. Daher ist es zentral, wirklich einen Punkt auszuarbeiten, einen Gedanken voll, in allen Konsequenzen und systematischen Bezügen auszuschöpfen, wie es die Liminal-Philosophie und die Philosophie der Unwahrheiten darstellt. Die Veränderung meiner Positionen geht dabei mit einer Kontinuität einher, die ich manchmal erst „finden“ muss, sie ist aber weder erlogen noch konstruiert, denn irgendetwas Bleibendes bringt mich von Position zu Position. An meinen inneren Grundsätzen – Wissenschaft, Aufklärung, Gleichheit, Demokratie, Selbstbestimmung, Internationalismus hat sich allerdings nie etwas fundamental geändert; es sind – denke ich – Ideen der politisierten Aufklärung, die eine gewisse Allgemeinheit oder Universalität beansprochen können, und in welche Marxismus, Anarchismus, Sozialdemokratie und Linksliberalismus allesamt ihren Platz finden können. Ich richte sie entsprechend des Verlaufs der Gegenwartsentwicklung, meiner Lektüren und des Fortschritts meiner Forschungen, wie sie zu verwirklichen sind, neu aus und knüpfe es an konkrete politische Bewegungen, die dies verwirklichen. Ob zuerst die konkrete politische Bewegung, oder meine philosophische Konkretisierung dieser Grundsätze da ist, sei dahingestellt. Da dieses Fortlaufen auch von meinen Lektüren abhängt, würde ich dieser Bewegung nicht zwingend eine objektive Relevanz zusprechen.

Ich spreche Spanisch und Neugriechisch von Kindheit an (wenn auch Neugriechisch nicht mehr so gut), Deutsch habe ich im Kindergarten gelernt. Englisch, Französisch und Ungarisch (2 Jahre, alles wieder vergessen) habe ich an der Schule gelernt; dort habe ich auch mein großes Latinum und mein Greacum getätigt.

Lebenslauf:

Ich wurde am 14.3.1994 in Tübingen geboren, und verbrachte meine Kindheit in Freiburg im Breisgau. Von meinen Eltern – der Vater griechisch-deutsch, meine Mutter spanisch-deutsch, lernte ich zuerst vor allem Spanisch, dann auch Neugriechisch, zumindest für 3 Jahre bis mein Vater damit aufhörte und im Kindergarten bzw. der Schule dann auch Deutsch. Daher bin ich 3-sprachig aufgewachsen und verstehe mich auch als Angehöriger dieser drei europäischen Kulturen. Ich verbrachte 2 Jahre in Budapest und lebte von 2007 an in Berlin, wo ich meine Jugend verbrachte und mein Abitur abschloss.

In Freiburg im Breisgau studierte ich meinen Bachelor in Philosophie und Ethnologie und beschäftigte mich zu Anfangs hauptsächlich mit Aristoteles, Husserl und Heidegger, die ich aber auch schnell kritisch – und politisch gelesen habe, auch Gotthard Günther begann mich damals zu interessieren, als ein dialektischer „Ausweg“ aus Aristoteles und dem Ontologismus überhaupt, die Frage, inwiefern dies eine neue Ethik oder Politik implizieren konnte, wurde für mich das wesentliche Desiderat. Die Fragestellung war in der Rückschau sicher davon motitivert, dass zur damaligen Zeit die „Flüchtlingswelle“ und die AfD aufkam, Demonstrationen gegen Abschiebungen und Pegida in Freiburg die Studenten und auch mich bewegten, und mich philosophisch die Frage interessierte, wie man aus dem essentialistischen und identitären Denken, das doch so intutiv wirkte und in Aristoteles und Husserls substanzialierenden Denken gefasst werden konnte und in den neuen rechten Autoritarismen anzutreffen war, „aussteigen“ konnte – eine zugegebenermaßen sehr verkopfte, aber politische Idee.  Zweifellos hinterließ auch mein Ethnologie-Nebenfachstudium hier seine Spuren, wo der Essenzialismus – etwa in der Figur des idealisierten „edlen Wilden“, aber auch des abgewerteten „zu belehrenden Wilden“ stets das Hauptproblem war, ein Effekt des Imaginären, welches einen interkulturellen Austausch und so die ethnologische Forschung blockierte, damit den Kolonialismus und Rassismus ermöglichte – und sogar von beiden Seiten her drohte (also auch vom Anderen). Damals war Prof. Günther Figal noch Vorsitzender der Heidegger-Gesellschaft, mit den sog. „schwarzen Heften“, die damals veröffentlicht worden sind und Heideggers Antisemtismus klar offenlegten, geriet diese kleine, museumshafte Welt der Freiburger Philosophie ins Wanken, die darauffolgenden Debatten, in denen sich Heidegger-Jünger in radikalisierte Rechts-Heideggerianer und diejenigen aufspalteten, die meinten, man könne diese Sachen definitiv nicht mehr lesen, forschen und lehren, waren für mich lehrreich und doch zugleich erschreckend. Meine Bachelorarbeit schrieb ich über Aristoteles, bereits mit hintergründig ontologie-kritischer Absicht, motiviert durch Günther und meine politischen Überzeugungen. Ich las Aristoteles wie Günther ihn las – als Denker der ontologischen „Zweiwertigkeit“ und insofern als Ausdruck eines herrschaftlichen und unterdrückerischen Denkens.

Meinen Master absolvierte ich in Frankfurt am Main, in der deutlich gegenwartsbezogeneren und ihrem selbstverständnis nach politischen Frankfurter Schule. Als ich in Frankfurt begann, im Jahr 2017, war Trump zu meinem Entsetzen und Überraschung bereits Präsident und der Brexit beschlossene Sache. Die Gelbwesten, sozial bedingte Anti-Klimamaßnahmenproteste hielten 2018 die europäische Politik in Atem und stifteten zur Reflexion an, unter anderem hat Prof. Martin Saar hierzu viel erarbeitet. Ich besuchte regelmäßig die Kolloquien von Prof. Christoph Menke und Prof. Martin Saar. Saars behaupteter „ontologischer Wende“, der Übernahme des ontologischen und metaphysischen Denkens für die kritische Theorie, in seinem Fall insbesondere auf Spinoza aufbauend, stand ich von Beginn an sehr skeptisch gegenüber, eben aufgrund meiner kritischen Überlegungen zu Aristoteles aus der Freiburger Zeit. Meine Master-Arbeit schrieb ich bei Prof. Christoph Menke, über das Verhältnis von Hegels Wesenslogik zu Günther, ich verknüpfte diese Fragestellung aber auch zusätzlich mit Adorno und Levinas und ihr spezifisches Verständnis von „negativer Dialektik“. Damit hatte ich – meines Erachtens – endlich eine „Alternative“ zur Ontologie, zur aristotelischen Logik und entsprechender Metaphysik für mich erschlossen, wonach ich schon in Freiburg gesucht hatte. Es löste sich ein, was ich während meines Bachelors an „Kritik“ der (aristotelischen, husserlschen) Ontologie gesucht hatte. Eine genaue Ausarbeitung dieser „Alternative“ stand aber noch aus, genau wie eine Begegnung mit der kontemporären und aktuellen Ontologie, die natürlich über Aristoteles und Spinoza hinausgehen würde und die ich dann in Badiou finden sollte.

Im Augenblick promoviere ich bei Prof. Katja Diefenbach über Alain Badiou, „Ontologie und Dialektik im Denken von Alain Badiou“ ist der Titel. Die Absicht dieser Promotion ist, die „Ontologiekritik“, welche ich bei Adorno und Levinas erlernt hatte, an den wohl ausgefeiltesten „Ontologen“ heutiger Zeit zu übertragen – das Denken von Alain Badiou. Bei dieser Gelegenheit entsprang aber vor meinen Augen, durch mein Engagement in der Umweltbewegung und dem allgemeinen Wandel der Zeit – nämlich noch weiter nach Rechts – aber auch die Möglichkeit, jenes ontologische Denken selbst für das Verständnis unserer Gegenwart „auszuschlachten“: die Idee der Liminal-Philosophie entstand. Oder, in anderen Worten, ich fand ein spezifisches, halbes Wahrheitsmoment hinter dem Ontologismus von Badiou und in der ontologischen Wende überhaupt, eine Art notwendigen Schein in unserer reaktionären Welt, der sich in spezfischen politischen Bewegungen äußerte, die sich den neuen Rechten entgegenstellten und nur durch diese ontologische Grundfigur, durch diesen „Keno-Materialismus“ oder „Platonismus der Vielheit“ zu verstehen waren. Nur durch dieses „Starkmachen“ von Badiou, so scheint es mir, kann erst eine angemessene Kritik ausgearbeitet werden. Verschlüsselt und Implizit trifft das Denken von Badiou, also die Abwehr der Postmoderne, ein szienfischer Realismus und ein neuer Kollektivismus gerade die avanciertesten politischen Bewegungen der Gegenwart, in die Enge getrieben von der neuen rechten Welle und der Klimakatastrophe; und muss als solches auch begriffen werden.

FR:

Philosophe, activiste et passionné par les sciences et les arts

Entre 2012 et 2019, j’ai étudié la philosophie à Fribourg-en-Brisgau et Francfort-sur-le-Main. Je prépare actuellement une thèse sur « L’ontologie et la dialectique dans la pensée d’Alain Badiou » sous la direction du professeur Katja Diefenbach à Francfort-sur-l’Oder. Ma philosophie est essentiellement motivée par des considérations politiques et doit également déboucher sur la politique, le travail syndical et l’activisme. Elle ne doit en aucun cas « rester » dans la théorie, mais au contraire sortir de celle-ci, de l’université, de la bourgeoisie cultivée, de la réflexion vaine et de la remise en question permanente, pour aboutir à une réflexion scientifique, critique et philosophique sobre critique et philosophique de ces questions afin de démanteler les idéologies générales, les opinions infondées et erronées, les habitudes destructrices de notre époque, comme cela a toujours été la tâche de la philosophie. Au-delà de cela, je m’intéresse également aux questions épistémologiques, scientifiques et philosophiques que j’intègre dans ce cadre. Je connais bien la philosophie française contemporaine, la théorie critique / l’école de Francfort, la phénoménologie, l’idéalisme allemand et la philosophie antique, et j’essaie également d’adopter une approche transhistorique à partir de ces traditions historiques, c’est-à-dire de Platon à notre époque contemporaine, où se situent Butler, Badiou et Zizek,

à partir des champs conflictuels de la science, de la politique et de la théorie de l’érosion. Important : même si je travaille actuellement avec la « philosophie liminale » (cf. projet 1) sur une construction systémique avec une vision correspondante de l’histoire, avec un système de définitions, avec et contre Badiou, je n’ai nullement l’intention de rester dans cette architecture, mais je la considère plutôt comme une étape temporaire après laquelle il faudra continuer. Cette « sortie » s’inscrit dans la continuité directe de ma thèse, dans laquelle je critique Badiou, mais aussi, bien sûr, ce que l’on peut « faire » de lui, et donc les trois domaines de la philosophie liminale. Depuis mars 2023, je suis boursier de la Fondation Rosa Luxemburg, où je suis responsable du groupe de travail « Changement écosocial ». Avec d’autres, j’ai fondé le groupe de travail Gotthard Günther à la chaire Emundts de l’Université libre.

Tout au long de ma vie, je me suis engagé dans différents partis et projets politiques. J’ai rejoint les Pirates vers 2009, j’ai participé aux manifestations contre les expulsions et aux veillées pendant la « vague de réfugiés » qui a suivi le début de la guerre civile en Syrie, et je me suis beaucoup engagé auprès de DiEM25, surtout vers la fin de mon master (j’étais l’un des co-directeurs de campagne à Berlin pendant les élections européennes de 2019). Actuellement, je suis actif au sein du mouvement « Letzte Generation vor den Klimakipppunkten » (Dernière génération avant les points de basculement climatiques) et d’autres mouvements écologiques, et j’envisage de me lancer dans d’autres projets militants, notamment dans le domaine de la politique militante féministe, queer et pro-transsexuelle. Avec d’autres intellectuels du mouvement climatique, j’ai fondé le colloque et la revue Rückenwind, qui vise à mettre l’art, les sciences humaines et la philosophie au service de la résistance démocratique contre l’effondrement climatique. Entre-temps, j’essaie de produire de manière ciblée de la philosophie pour les projets politiques auxquels je participe, et inversement, de participer aux projets politiques que je soutiens ou que je trouve intéressants pour des raisons philosophiques ou « théoriques » (cf. également ma conception préalable de la philosophie). Il est pour moi essentiel de briser le mur entre théorie et pratique, théorie et science, université et société, ainsi que la division du travail et la hiérarchie qui y sont implicites. Je ne crois pas que la philosophie puisse, sans la politique, trouver la vérité de son époque, la possibilité de se libérer. Les théories politiques prétendument objectives des professeurs d’université déconnectés en sont la preuve suffisante. La politique active est la source de la vérité, car elle confirme concrètement ce que la science (naturelle) et la vision éclairée du monde montrent : que le monde peut être dominé, qu’il est matériel, que rien n’est sacré, qu’il n’y a pas de règle qui ne puisse être modifiée socialement, qu’il est le résultat de jeux de forces politiques. Dans l’enthousiasme de l’action politique, les choses se fluidifient, cessent d’avoir leur vie propre fantomatique et surhumaine, plus que dans toute autre activité pratique. Ainsi, la politique surpasse toute expérience quotidienne et singulière de cette fluidification dans la pratique (comme dans la vie privée, la vie professionnelle, lorsque l’on passe à l’action), qui est constamment confrontée à des contraintes sociales définitivement immuables qui semblent former une seconde nature surhumaine. S’il y a un blocage de la politique, le monde devient lui aussi « immatériel » et « surhumain » à cet égard, et donc en contradiction avec le matérialisme.

Aujourd’hui, c’est exactement ce qui se passe : un blocage politique, de sorte que le monde capitaliste dans son ensemble acquiert une vie propre fantomatique, qu’il faut d’abord briser politiquement et dont les spectres idéologiques doivent être critiqués ; les rares exceptions, où des personnes ont encore la force de résister, sont cependant la source de la vérité politique et philosophique actuelle.

En ce qui concerne mes intérêts scientifiques, outre la philosophie, que j’ai étudiée de manière régulière, je me suis particulièrement intéressé aux mathématiques et à la psychanalyse, ainsi qu’aux fondements de la physique newtonienne et à la recherche climatique. En mathématiques, je m’intéresse principalement à la théorie des catégories, à la théorie des ensembles, à la géométrie algébrique, à l’analyse et à la topologie. À l’avenir, j’aimerais m’intéresser à la théorie des types homotopiques (en tant qu’expression de la théorie des catégories ∞-1), à la conjecture de Hodge et aux preuves des théorèmes de Weil par Grothendieck et aux différentes cohomologies. En physique, je voudrais peut-être bientôt m’intéresser à la théorie de la relativité restreinte afin de développer une conception philosophique de la nature qui corresponde aux espaces non euclidiens, à l’impossibilité d’atteindre la vitesse de la lumière et à l’équivalence entre masse et énergie E=mc^2, et qui exprime ainsi le fait que nous, les humains, sommes plus ou moins « prisonniers » du système solaire. En psychanalyse, j’ai surtout lu Freud, Klein et Kohut, et je souhaite maintenant m’intéresser à Lacan. Je trouve également l’histoire et l’économie intéressantes, je les ai étudiées de manière approfondie et je reviens régulièrement sur ces domaines. J’ai des économistes et des historiens dans ma famille, ce qui me permet d’avoir une certaine intuition sur ces sujets, même si je ne m’y suis pas directement intéressé. Sans lien avec les sciences actuelles et leurs solutions, telles que la théorie des ensembles, la théorie des catégories, l’analyse, la recherche climatique, etc., je ne vois pas comment la philosophie pourrait avoir un avenir. La science est le fondement de la philosophie, quelle que soit la forme sous laquelle elle se présente : théorie scientifique, philosophie naturelle et ontologie bien sûr, mais aussi philosophie politique, philosophie de l’amour et de l’art, il n’y a pas moyen de contourner ce fondement. Même si elle dispose d’une grande liberté d’interprétation, la philosophie doit elle-même conserver une certaine sincérité, que l’on pourrait considérer comme une bonne philologie. Seul celui qui peut dire ce qui est écrit peut ensuite passer à l’interprétation ; et la première étape est en fait une question de philologie. La tension entre les deux est finalement une question de communication, c’est-à-dire dans quelle mesure on peut transmettre au lecteur et à l’auditeur ce qui est destiné à être interprété et ce qui est destiné à être présenté, ce qui dépend en fin de compte du niveau d’éducation de l’auditeur. C’est la seule façon d’éviter qu’une interprétation soit perçue comme une tromperie ou une désinformation non scientifique à propos d’un auteur. Lorsque Lacan dit que l’État de Platon est un élevage de chevaux, il s’agit d’une interprétation et non d’une tromperie, ce que savent bien sûr ceux qui ont lu L’État de Platon.

En ce moment, je développe un grand enthousiasme pour la littérature française, et j’ai toujours été très intéressé par la musique classique (en particulier romantique et moderne) et électronique (en particulier industrielle, techno et psytrance). La peinture et l’intérêt pour les arts visuels m’accompagnent depuis toujours, mais j’ai délibérément choisi de ne pas en faire mon métier.

D’une manière générale, je considère qu’il est dangereux de s’accrocher désespérément à ses opinions. À l’époque moderne, tout est en mouvement, en particulier dans le domaine politique, où apparaissent sans cesse de nouveaux défis politiques et des groupes qui se contentent d’y réagir et d’agir de manière stratégique. à cela s’ajoute le fait que les « systèmes » ou « points de vue » philosophiques élaborés, qui dénoncent une formation idéologique dans la société comme étant fausse, commencent souvent à avoir eux-mêmes un effet idéologique lorsqu’ils sont achevés – une dynamique interne de la pensée qui se reflète et s’élargit elle-même, que l’on pourrait appeler « dialectique » selon Hegel. Mais ce flux entre l’extérieur et l’intérieur présuppose d’avoir pris position, de considérer le flux ou la dynamique dialectique elle-même comme un « point de vue », sans fixer de limites, comme le fait par exemple Adorno, ce qui engendre subrepticement des systèmes rigides et étroits qui passent à côté de la dynamique du monde. Il est donc essentiel d’élaborer véritablement un point, d’exploiter pleinement une pensée, dans toutes ses conséquences et ses références systématiques, comme le montrent la philosophie liminale et la philosophie des contrevérités.